Die erotischen Phantasien eines alten Mannes

Aufgeschrieben von Wilfried R. Virmond

 

Ich weiß, hinter der Tür steht sie und erwartet mich. All meine Sinne sind schon auf sie gerichtet. Ich greife nach der Türklinke, drücke sie nach unten, schiebe langsam und vorsichtig die Tür auf – und da steht sie leibhaftig vor mir! Elegant ist sie, wie immer, hohe Beine, alle Rundungen an der richtigen Stelle. Eng zusammenstehende, glänzende Augen, nach vorne gerichtet. Das Hinterteil verlangt geradezu nach einem leichten Klaps – doch nein, ich bin zu gut erzogen.

 

Noch ist sie stumm und doch erwartet sie mich, will, daß ich auf ihr reite. Aber gemach, gemach! Ich will nichts überstürzen. Ich habe Zeit. Diesmal lasse ich mir mit unserem Liebesspiel etwas mehr Zeit! Sonst habe ich es wieder viel zu schnell hinter mir, bin zu schnell ausgelaugt und kann schon bald nicht mehr. Ich bin schließlich nicht mehr der Jüngste…

 

Ich mache einen Schritt auf sie zu, noch einen, dann bin ich bei ihr, berühre sie vorsichtig, streichle sie erst einmal. Ihre Haut ist glatt, wie frisch poliert. Mmmh, wie gut sie wieder duftet, tief ziehe ich ihren Duft in mich hinein. Schade, daß ich sie nicht umarmen darf, es sähe nicht gut aus, ich muß auf die Leute Rücksicht nehmen, die uns vielleicht zusähen und uns nicht verständen.

 

Ob sie sich mir wieder hingeben wird? Vielleicht noch stärker als beim letzten Mal? Sie scheint willig auf mich zu warten, streckt mir ihr Leder entgegen, will von mir geritten werden. Aber ich genieße den Moment und lasse erst einmal nur meine Augen langsam über ihren Körper hinweggleiten. Er ist kräftig, doch ohne Fehl und Makel, keine Falten, kein Polster zu viel, zwar einige Wölbungen, aber doch alle genau an der richtigen Stelle, eben da, wo ein Mann sie erwartet – und braucht. Schließlich liebe ich ihre Fülle, kann gar nicht genug von ihr bekommen. Ich streichle ihre sanften Kurven, schließe dabei die Augen, lasse nur meine Hände sanft über sie streicheln, genieße den vor Erotik knisternden Augenblick.

 

Alles an mir ist sensibilisiert. Ich bin erregt. Ich will nicht mehr länger warten, jetzt muß es endlich geschehen! Ich setze mich auf sie. Sie reckt mir bereits willig ihre Hände entgegen, ich erwidere ihren festen Griff, drücke meine Beine an ihre beiden Seiten. Sie ist scharf, braucht den festen Druck meiner Beine an ihren Seiten, wie ein heißes Rennpferd, das nur so geritten werden kann.

 

Aber noch beginnt unser Tanz nicht. Wir haben noch etwas Zeit, lassen uns noch ein paar Sekunden, bevor es losgeht. Leder quietscht leise vor Erwartung. Auch sie kann es kaum noch erwarten, will heiß werden, will jubeln, will einen Höhepunkt nach dem anderen. Genau wie ich, aber ich bin alt, muß mir meine Kräfte einteilen, muß mir Zeit lassen.

 

Bevor wir zur Sache kommen, gebe ich ihr erst einmal noch etwas Zeit zum Aufwärmen. Um so besser läuft es dann gleich mit uns beiden.

 

Und dann beginnt unser heißer Ritt: Nur noch wir zwei, eng miteinander verbunden. Auf und ab, hoch und runter. Die Lust wird immer größer, die Ekstase immer stärker. Mittendrin ändere ich meine Position, ah, tut das gut! Ich gebe mich ihr voll hin, brauche kein Essen, kein Trinken, nichts, nie mehr, nur noch wir beide, eng verbunden, eng aneinander gepreßt, wir sind eins. Ich will für immer mit ihr zusammenbleiben. Wenn dieser Moment doch nie aufhörte, endlos bliebe, wir beide allein im Universum, wie ein Lichtstrahl auf seiner einsamen Reise bis ans Ende des Weltalls.

 

Nach einiger Zeit komme ich zum Höhepunkt, bin erst einmal befriedigt und suche doch gleich wieder den neuen Kick, will einen neuen lustvollen Höhepunkt, will wieder einmal ausprobieren, wie oft ich es noch kann. Und ich kann es, sie schnurrt befriedigt, wie eine Katze, zeigt mir, daß es auch ihr gefällt. Sie liebt mich - und ich liebe sie, wir sind ein Liebespaar, schon lange zusammen, jeder weiß, was der andere braucht.

 

Nach einer ganzen Reihe Höhepunkte kann ich nicht mehr. Sie will immer noch mehr, aber mir reicht es, bin ausgelaugt, erschöpft. Ich habe ihr alles gegeben, mein Mund ist trocken, alles in mir ist ausgetrocknet, während mein Körper schweißnaß ist. Unser Nachspiel ist diesmal kurz, ich streichle ihr noch ein paarmal über ihre Rundungen. Wir sind beide nicht mehr sauber, man sieht es uns beiden an – und man riecht es!

 

Ich tröste sie auf morgen. Morgen machen wir es noch länger! Morgen nehme ich mir noch mehr Zeit! Morgen habe ich noch mehr Kraft! Morgen wird es noch schöner! Morgen!

 

Ich ziehe sie auf den Hauptständer, ziehe den Schlüssel aus dem Zündschloß, wende mich beim Gehen noch einmal kurz zu ihr zurück, zu meiner roten GoldWing - und mache die Garagentür hinter mir zu.

 

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Immer wieder denke ich beim Motorradfahren: So ein Motorrad ist vergleichbar mit einer Frau! Manche sind schön, manche weniger schön, manche wie Rassepferde, andere scheinen eher fürs Grobe geeignet. Da gibt es häßliche, manche sind sogar so häßlich, daß man den Blick nicht mehr von ihnen lösen kann. Es gibt große und kleine, grobschlächtige und grazile. Doch jedes Motorrad hat seine eigenen Reize, seinen eigenen Charme, wird vom Besitzer mehr oder weniger heiß geliebt. Denn es macht immer Spaß, Motorrad zu fahren. Motorradfahren ist eine der schönsten Beschäftigungen für einen Mann. Deshalb diese kleine Hommage über die Erotik des Motorradfahrens.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© 2013 Wilfried R. Virmond


 

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Aktualisiert: 09.05.2020